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Artist
"Das apokalyptische habe ich noch nicht entdeckt, aber „Troubadour“ passt. Nach fahrendem Dichter/Sänger klingt das tatsächlich, nach der modernen Version des Multiinstrumentalisten. Loopmaschinen ersetzten Hebel und Mechanik, die eh kaum ausreichend wären: Western- und elektrische Gitarre, Harfe, Klavier, Bass, Banjo, Schlagzeug… Fast unmöglich ist es alles aufzuzählen, was da zu hören ist. Aber alles zusammen ergibt schönsten Folk, ein wenig countryesk hier und da, mit dezenter Elektrik. Es schmeckt nach Sommerregen, Staub und Whiskey. „Sleep“ fällt besonders auf, und sei es nur wegen des treffenden Titels. Müde klingt der Troubadour hier, resigniert, er bräuchte doch nur ein wenig Schlaf um wieder auf die Beine zu kommen. Wer ihm diesen verwehrt? Vermutlich der Hörer, denn wenn Schlaflosigkeit zu solchen Perlen des Songwritings führt, ist sie doch durchaus erstrebenswert. Natürlich ließen sich allerlei Vergleiche ziehen, zu Bob Dylan etwa, oder weniger weit in die Vergangenheit blickend, zu Patrick Watson, aber hört man den atemlosen, mehrstimmigen Gesang („Suicide Sue“), die aus all den verschiedenen Instrumenten perfekt zusammengefügten Melodien, oder eine sehr amerikanisch klingende Mundharmonika („Save My Soul Tonight“), fragt man sich, wie man als Folk-Fan so lange auf The Apocalyptic Troubadour verzichten konnte. Oder wie Nürnberg zu solcher Musik inspirieren kann. Besser könnte er nur klingen, wenn er an der nächsten Straßenecke stehen würde, gegen Wind und besagten