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Artist
Sero (Rapper): Juli 2016. Wie aus dem Nichts landet plötzlich dieser Song im Internet. Der Titel: »HOLY«, seine Wirkung: enorm. Gleich der erste Track von Sero stößt Deutschrap vor den Kopf: Ein gesichtsloser Rapper mit beeindruckend brachialer Stimme, der über einen mächtigen Beat pure Arroganz ausstrahlt. Auch die Technik, die Bildsprache und die Vergleiche sind auf einem neuen Level. »Mein Ziel war, so zu rappen, wie ich es will und nicht wie andere es von mir erwarten«, sagt Sero. Das hat er definitiv geschafft – aber bis dahin war es ein langer Weg. Einer, der in Berlin-Schöneberg beginnt, wo Sero 1992 geboren wird. Er ist der Sohn einer deutschen Mutter und eines tunesischen Vaters. »Ich war schon immer der blonde Araber mit Babyface«, sagt Sero und lacht. Aber die Identitätsfrage wird bald zum Problem: »Ich habe mich weder als Deutscher noch als Araber gefühlt.« Dabei ist es nicht gerade förderlich, dass Sero in Schöneberg aufwächst. Er kommt früh mit Drogen in Kontakt. Aber wenig später zeigt ihm sein Cousin Graffiti. »Mein Alltag war Chaos. In der Schule haben mir die Lehrer erzählt, wie ich zu sein habe. Aber wenn ich ein leeres Blatt oder eine weiße Wand vor mir hatte, dann war das Freiheit – weil nur ich entschieden habe, was passiert.« Und trotzdem rutscht Sero ab. »Ich hab mich kaum noch zuhause blicken lassen und war einfach ein Straßenköter. Wenn er mit seinen Jungs zusammensitzt, freestylen sie auch immer wieder. »Irgendwann hat einer meiner Kumpels dann den